Ob Einfamilien- oder Reihenhaus, Generationen- oder Doppelhaus, energetische und ökologische Gesichtspunkte werden beim Hausbau immer wichtiger. Verschiedene Haustypen stehen Bauherren zur Auswahl. Ob Bio- oder Niedrigenergiehaus, Öko- oder Effizienzhaus. Häuser sind so individuell wie ihre Bewohner. Und auf dem Wasser oder mobil lässt es sich ebenfalls gut leben.

Fragen über Fragen, mit denen sich Bauherren bei der Wahl der unterschiedlichen Haustypen auseinandersetzen müssen. Je nach Geldbeutel und Individualität können Massivhäuser und Fertighäuser in die Auswahl kommen, wie im ersten Teil beschrieben. Aber auch die Lebensweisen können sich ändern und die Flexibilität einer Immobilie rückt in den Fokus der Betrachtung, wie wir im zweiten Teil bereits schilderten.

Diese Haustypen stehen für Bauherren zur Auswahl in Punkto Energie

Der Traum von den eigenen vier Wänden ist stets individuell. Doch durch die Sensibilisierung in Punkto Energie und die Richtlinien der Energie-Eisparverordnung, kurz EnEV, müssen und wollen Bauherren beim Thema energetischer Neubauten auf Wärmedämmungen und effiziente Heizanagen achten. Dies führt sich in der Wahl spezieller Haustypen fort.

Das Energiesparhaus – Ein Muss und überaus effizient

Durch die Änderungen des EnEV müssen Neubauten energieeffizient gebaut werden. Dies gelingt durch spezielle Dämmmaterialien und -Systeme, sowie moderne Heiztechniken und Solaranlagen. Dabei unterscheidet man zwischen unterschiedlichsten Typen von Energiesparhäusern:

–              Passivhäuser sind so gebaut, dass sie durch perfekte Dämmungen und Wärmerückgewinnungsanlagen und das Nutzen jeglicher Wärmequellen innerhalb des Baus fast ohne Heizanlage auskommen. Ein Passivhaus muss einen Standard gemäß PHPP nachweisen, also maximal pro Jahr einen Wärmebedarf von 15 Kilowattstunden verbrauchen.  Diese Bauart ist fünf bis 15 Prozent teurer als herkömmliche Bauten, erreicht aber eine Heizersparnis von über 75 Prozent. Der Bauplatz sollte eine Südausrichtung haben und der Einbau der Lüftungs- und Wärmeanlage ist sehr komplex. Wer nachhaltig bauen und ökologisch positiv leben will wird durch diverse Zuschüsse belohnt.

–              Plus-Energie-Häuser produzieren nicht nur die eigene Wärme, sondern zusätzlich Energie, die gewinnbringend in das Stromnetz eingespeist werden können. Das Prinzip ist eine optimale eigene Energieversorgung, ähnlich dem Passivhaus, in Verbindung mit einer effektiven Solaranlage. Die Mehrkosten zu herkömmlichen Bauten liegen bei 20 Prozent, die in ca. 12 Jahren durch den Verkauf selbstproduzierter Energie wieder eingespielt werden.

–              Das Sonnenhaus versteht sich als ein Gebäude, dass seine Energie zu mindestens 50 Prozent aus Sonnenkollektoren gewinnt und die Wärme speichert.

–              Das Null-Energiehaus erzeugt seine Energie komplett selbst. Eine perfekte Dämmung an Fassade und Dach vorausgesetzt, werden Sonnenkollektoren und Wärmepumpen, sowie spezielle Lüftungen verbaut um wirklich null Energie zu verbrauchen.

Im Kern steht die Effizienz in Punkto Energie, also Heizungs- und Stromverbrauch, nicht nur hoch im Kurs, der Gesetzgeber schreibt dies durch das Energiesparhaus entsprechend vor.

Achtung: Wer eine bereits bestehende Immobilie erwirbt und sanieret, muss sich ebenfalls an die Vorgaben des EnEV halten. Nähere Informationen und Hilfe, schon bei der Planung, geben Energieberater.

Mit Bio- oder Ökohaus und Greenbuilding nachhaltig ökologisch wohnen

Nicht nur die gesetzlich vorgeschriebene Einsparung von Energie beim Hausbau beeinflusst die Planung eines Neubaus. Auch die ökologische Betrachtung wird bei der Sensibilisierung zum Klimawandel und zur Natur an sich immer wichtiger. Dabei stehen zwei Haustypen hoch im Kurs die man als Green Building bezeichnen kann:

–              Das Ökohaus ist ein Tribut an die Natur, gerade bei Menschen, die naturbelassen und ohne Schadstoffe bauen und leben wollen. Selbst so genannte „flüchtige organische Verbindungen“ in Dämmstoffen, Tapeten und Farben belasten die Raumluft und bieten in diesem Haustyp keine Gefahr. Durch natürliche Rohstoffe wie Holz, aber auch Lehmziegel, wird die Luftfeuchtigkeit reguliert und Schimmel hat keine Chance. Dämmstoffe wie Flachs, Hanf, Stroh oder Schafswolle gehören ebenso zum Ökohaus wie ein Bodenbelag aus Kork, Naturfasern oder Kokos. Bauherren sollten stets auf das europäische Naturgütesiegel „Natureplus“ achten.

–              Das Biohaus verbindet ein ökologisches und natürliches Wohnen mit bester Energiebilanz. Rohstoffe sind meistens Holz, auch für Zwischenwände und Türen, in Verbindung mit Lehm und mineralischen Putz. Wer gut plant (Südausrichtung, große Fensterflächen etc.) kann die Werte eines Passivhauses erreichen. Die Kosten sind höher, als bei herkömmlichen Bauten, können aber nicht nur als Massivhäuser daherkommen, sondern auch als Fertighäuser. Und die Tatsache, dass solche langlebigen Häuser komplett recycelbar sind, spricht für eine gute Energiebilanz.

Freiheit mit Hausboot und Mobilheim

Viele Bauherren haben sich in den letzten Jahren mit dem Wohnen auf dem Wasser beschäftigt, zum Teil gezwungenermaßen, wie in London und Amsterdam, wo die Baupreise unerschwinglich wurden. Doch auch in Deutschland wird diese Lebens- und Wohnart immer beliebter. Und wer dem stetig flexiblen Zeitgeist entsprechen will, oder muss, liebäugelt mit dem Mobilheim.

Das Hausboot – mehr als ein schwimmendes Wohnzimmer

Die Nachfrage nach einem Leben auf dem Wasser steigt von Jahr zu Jahr und selbst für vierköpfige Familien ist diese Lebensweise finanziell hoch interessant. Dabei ist jedoch einiges zu beachten und zwischen einem klassischen Hausboot und einem schwimmenden Haus zu unterscheiden.

Das Hausboot ist ein klassisches Boot mit Motor, meistens ein Stahlschwimmkörper oder Schwimmkörper, auf denen ein Wohnbereich aufgebaut wird. Schon ab 50.000 Euro gibt es das Wohnen auf dem Wasser, das aber eine CE-Zertifizierung benötigt. Mit einem Unterhalt von 6.000 Euro pro Jahr, einem Liegeplatz für 2.000 und 8.000 Euro und zusätzlichen Heizkosten ist dieser Haustyp relativ erschwinglich. Es gibt aber ein Aber: Nur wenige Banken finanzieren Hausboote, da sie einen Freizeitcharakter besitzen. Ebenso muss man einen Sportführerschein besitzen um das Boot rangieren zu können. Eine Meldeadresse ist ebenso nicht auf dem Wasser möglich und die Liegeplätze sind in Deutschland noch Mangelware.

Wer aber auf 15 bis 24 Meter Länge wohnen kann und will, dem sind in Punkto Innenausbau keine Grenzen gesetzt und macht sich frei von der Hektik an Land und nörgelnden Nachbarn.

Das schwimmende Haus, meist mit einer Grundfläche von 60 Quadratmetern, wird auf Pontons gebaut und an einem Liegeplatz fest verankert und muss, bei einem Umzug, von einem Schleppboot gezogen werden. Einige Gemeinden in Deutschland haben diese Wohnweise mangels Baugrundstücke für sich entdeckt. Solche Floating Homes kosten in der Anschaffung gut 200.000 Euro als Passivhaus. Hinzukommen die Erschließungskosten, die schnell 100.000 Euro erreichen können um Ent- und Versorgung sicher zu stellen. Neben einer Flusskasko- und Haftpflichtversicherung und den Liegeplatzkosten von 1.000 Euro im Jahr können Solaranlagen die Betriebskosten im Rahmen halten.

Bis auf die Hansestadt Hamburg, oder auch Düsseldorf oder Berlin ist die Verwirklichung des Traumes vom schwimmenden Wohnzimmer relativ schwer. In der Regel sind keine Bereiche im Bebauungsplan vorgesehen und als Privatperson den amtlichen Weg des Babauungsplan-Änderungsverfahrens zu gehen ist viel zu kompliziert.

Tipp: wer den Traum vom Leben auf dem Wasser real erleben will, sollte sich an die Hersteller wenden, die über regionale Kontakte zu Liegeplätzen verfügen.

Mobilhaus – klein, mobil und kostengünstig

Für die Großfamilie ist dieser Haustyp wohl kaum eine Alternative. Und doch scheint das mobile Wohnen in eine immer flexibel werdende Gesellschaft zu passen. Und hohe Baukosten und teure Grundstücke machen für Singlehaushalte das Mobilhaus überaus attraktiv.

Solange das Mobilheim nicht breiter als drei Meter misst, kann diese mobile Wohnform schnell von Ort zu Ort transportiert werden. Selbst bei der kleinsten Variante, dem Tiny House, kann sogar ein gewisser Luxus entstehen. Mobileheime werden aber auch bis zu 120 Quadratmetern Größe gefertigt und bieten, je nach Aufstellort, ein dem normalen Haus entsprechendes Wohngefühl.

Die Vorteile des Mobilhauses wiegen schwer: sie sind in der Regel weitaus günstiger als feststehende Einfamilienhäuser und in der Regel, nach Anlieferung, sofort beziehbar. Die Stellplatzmieten sind relativ preisgünstig. Ein Mobilhaus kann auch aus zwei oder drei Elementen bestehen, die vor Ort verbunden werden. Und der Vorteil, sein eigenes Heim überall aufstellen zu können, erweitert die Möglichkeiten der Lebensplanung.

Die Nachteile dieses Haustyps liegen in erster Linie in den Aufstellmöglichkeiten. Hier liegen Campingplätze und gepachtete Grundstücke im Fokus die über eine Stromversorgung und Entwässerungsmöglichkeiten verfügen. Wer sich dauerhaft auf einem Campingplatz niederlassen möchte, sollte vorab fragen, ob eine Meldemöglichkeit besteht. Auch muss dem Käufer klar sein, dass nicht alle architektonischen Wünsche erfüllt werden können. Auf jeden Fall ist auf die baulichen Bestimmungen der Gemeinde zu achten. Also lieber im Vorfeld den Aufstellungsort suchen und sich dann bei den Herstellern der Mobilheime erkundigen.

Im Resümee stellt die Suche nach dem geeigneten Haustyp eine gewisse Herausforderung dar. Letztlich baut man, meistens jedenfalls, nur einmal im Leben. Der wohl wichtigste Tipp in diesem Zusammenhang ist das Einholen aller notwendigen Informationen. Dabei sollte stets nicht nur die Architektur und Bauweise im Vordergrund stehen, sondern auch die langfristigen Betriebs- und Heizkosten. Für jeden Haustyp gibt es Spezialisten und lieber gut vorplanen, als hinterher den Bau der ersten eigenen vier Wände bereuen. Achten Sie deshalb auf die Einhaltung der wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Eigenheim.