Bauherren sollten einige Versicherungen unbedingt abschließen. Dazu gehören die Bauherrenhaftpflichtversicherung, die Feuerrohbau- und die Bauleistungsversicherung, um den Traum vom Eigenheim nicht zu gefährden. Bei all den Verträgen, die man aber mit Hausbaufirmen und Handwerksbetrieben oder Architekten schließt, kann eine Rechtschutzabsicherung sehr hilfreich sein. Denn auch wenn man im ersten Stepp nicht vom Baupfusch ausgeht, oder von Fehlplanungen und mangelhaftem Material, es kann teuer werden, für Sie und Ihr Anwalt freut sich.

Bis auf die Feuerrohbauversicherung, die das finanzierende Kreditinstitut vertraglich vom Bauherren verlangt und die gesetzlich vorgeschriebene Bauherrenhaftpflichtabsicherung muss man keine Versicherungspolicen sein Eigen nennen. Aber diese Sichtweise ist bedenklich und falsch. Warum die Bauleistungsversicherung aus unserer Sicht eine Pflichtversicherung für Bauherren darstellt, haben wir im ersten Teil erklärt.

Doch was passiert, wenn der Architekt falsch plant, oder ein Handwerksbetrieb seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt? Dann will man dagegen vorgehen und einen Anwalt mit der Vertretung seiner Rechte beauftragen. Doch die Kosten können schnell in die tausenden Euro gehen. Doch es gibt eine Lösung …

Die Rechtschutzversicherung

Zwar nicht elementar notwendig, aber für Bauherren und zukünftige Eigenheimbesitzer absolut sinnvoll, denn einige Verträge sind als Bauherr zu schließen und dementsprechend nachfolgende Streitigkeiten – ohne an seinen Geldbeutel gehen zu müssen – zumindest möglich. Entweder das Risiko als Bauherr und Immobilienbesitzer wird in einen bestehenden Rechtsschutzvertrag gegen Mehrbeitrag aufgenommen, oder eine autarke Bauherren-Rechtschutzversicherung abgeschlossen. Diese sind meist mit 100.000 Euro Versicherungssumme je Rechtsschutzfall ausreichend ausgestattet und ohne die übliche Wartezeit solcher Vertragsarten eine Überlegung wert.

Achtung bei nachbarschaftlicher Hilfe am Bau

Wer Freunde, Bekannte oder Nachbarn als Helfer am Bau „beschäftigt“, ob entgeltlich, oder für Bockwurst & Bier, muss sich bewusst darüber sein, dass die fleißigen Helfer nicht in den obig benannten Versicherungen mitversichert sind. Der Bauherr ist sogar gesetzlich verpflichtet die Helfer bei der zuständigen Bauberufsgenossenschaft zu melden und dies innerhalb der ersten Woche nach Baubeginn. Denn auch wenn die Krankenversicherung die Kosten eines Unfalles des „Helfers“ bezahlen muss, so steht eben diese Krankenkasse im Nachgang vor dem zuständigen Bauherrn und verlangt die Kosten zurück.

Diebstahlschutz auf der Baustelle

Viele Werte lagern auf der Baustelle. Von Fenstern und Türen, über Kabel und Kupferleitungen, bis zu Baumaschinen. Und das Risiko eines Diebstahles ist auch mit einem Bauzaun relativ groß. Als Bauherr ohne Hausbaufirma lohnt sich der Abschluss einer entsprechenden Bauleistungsversicherung, die aber nur bereits verbaute Teile schützt.

Tipp: Sofern der Rohbau steht sollte ein Raum des Objektes mit einer verschließbaren Bau-Stahltür und verdeckten Fenstern gesichert werden, in denen man Materialien und Maschinen gesichert abstellen kann. Auch das Aufstellen eines Bauzaunes ist empfehlenswert.

Doch wer haftet für Diebstähle bei beauftragter Hausbaufirma?

Bis vor einigen Jahren musste noch der Bauherr durch die „nebenvertragliche Pflicht“ auch dafür Sorge tragen, dass Materialien und Maschinen der Hausbaufirma entsprechend gesichert waren, so durch eine Abgrenzung der Baustelle. Doch das Oberlandesgericht Saarbrücken entschied in seinem Urteil vom 31.12.2014 – Az. 1 U 49/14 – dass der Bauunternehmer bis zur Fertigstellung des Gewerkes das Diebstahlrisiko tragen muss. Mit anderen Worten: Bis zur Leistungsabnahme durch den Auftraggeber/Bauherrn obliegt das Diebstahlrisiko bei der Ausführung von Bauleistungsverträgen dem Auftragnehmer/Handwerker.

Das Resümee: Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung ist Pflicht, eine Feuerrohbauversicherung wird ohnehin von der Bank verlangt und als Teil der Wohngebäudeversicherung ebenso eine Pflichtversicherung für Bauherren. Eine Bauleistungsversicherung sowie Rechtsschutz ist zumindest ratsam. Helfer privater Natur am Bau sind gesetzlich bei der Bauberufsgenossenschaft anzumelden.

PS und ein Gedanke ist es wert: Wer schon über die Notwendigkeit von Versicherungen als Bauherr und angehender Eigenheimbesitzer nachdenkt, sollte sich auch mit dem Thema Berufsunfähigkeit und dem Todesfallrisiko auseinandersetzen. Letztlich steigt mit dem Bau eines Hauses bei einer Eigenleistung das Risiko dauerhaft berufsunfähig zu sein und die Absicherung des Todesfallrisikos in Höhe des Kreditvolumens ist ohnehin das Mindestmaß, um sorglos als Immobilienbesitzer in die Zukunft blicken zu können. Letztlich müssen Zins und Tilgung auch im Krankheitsfall und bei Berufsunfähigkeit bezahlt werden, oder von den Hinterbliebenen, so wie die monatliche Miete, die Sie seit Jahren berappen müssen, oder?!