Viele Mieter wollen umsatteln und zum Bauherren avancieren. Doch schrecken die hohen Preise des Hauskaufes ab und die Grundstücke werden auch immer teurer. Warum nicht klein anfangen mit einem Tiny House. Das ist auch für zukünftige Bauherren interessant, die noch Zeit brauchen genügend Kapital anzusammeln. Aber es gibt noch weitere Ideen zu diesen kleinen Wohnhäusern.

Tiny House als Alternative
Tiny House als Alternative | Foto:(c) fotografierende/pixabay.com

Es soll geräumig sein, lichtdurchflutet und modern eingerichtet und wenn möglich in bester und grüner Lage. So beschreiben zukünftige Bauherren ihren Traum vom Eigenheim und das ist auch nachvollziehbar. Doch die Realität sieht, aufgrund fehlender finanzieller Mittel, oft anders aus. Doch was halten Sie von einem Eigenheim, dass inklusive Grundstück weit unter 100.000 Euro liegt und wenn sie handwerklich begabt sind, unter 50.000 Euro? Wir klären unser Gedankenspiel mal auf.

Warum nicht klein anfangen mit einem Tiny House

Wer hat nicht bereits von diesen kleinen, überaus intelligent geplanten, meist auch mobilen Häusern gehört, den Tiny Houses. Ursprünglich als eine innovative Wohnweise in den USA aufkommend, sind diese Minihäuser mittlerweile eine brauchbare Alternative zu den normalen Wohnkonzepten. In der Regel beträgt die Grundfläche 15 Quadratmeter, was durch den mobilen Charakter auch der Straßenverkehrsordnung geschuldet ist. Wenig Platz, das ist klar und normalerweise sind solche Haustypen nur etwas für den Single. Aber es gibt Anbieter, die etwas größere und auch so funktional konzipierte Tiny Houses anbieten, die zwei Personen Platz bieten.

Dabei wird architektonisch an alles gedacht. Von einer kleinen Küchenzeile über ein Minibad mit Dusche, versenkbaren Schränken bis zum einklappbaren Doppelbett. Moderne Minihäuser bieten sogar energetische Standards, die mit jedem ausgewachsenen Haus mithalten können. Es ist nur eben kleiner, aber dafür weitaus kostengünstiger und … eben mobil, im besten Falle.

Die Kaufpreise variieren und liegen zwischen 25.000 Euro und 120.000 Euro, wobei letzterer Betrag eher eine Luxusvariante meint, die mit 36 Quadratmetern daherkommt. Das spannende an diesen Minihäusern ist nicht nur der geringere Anschaffungspreis, sondern die Unterhaltskosten und, je nach Persönlichkeit, ein anderes, aber auch naturverbundenes und „freies“ Lebensgefühl. Tiny Houses gibt es als mobile und stationäre Vision, als Bausatz bereits ab 14.500 Euro oder als vollausgestattete Luxusvariante mit 36 Quadratmetern für 120.000 Euro bei Raumwerk Immobilien.

Kurzum bieten diese Minihäuser, je nach den Bedürfnissen der Bauherren, alles was das Herz begehrt, nur eben auf kleinerem Raum und zu weitaus günstigeren Preisen, als ein herkömmliches Einfamilienhaus.

Und nun unser, wenn auch etwas unorthodox anmutender Ansatz

Sie wollen ein Eigenheim, können sich aber die Immobilie an sich (noch) nicht leisten?

Dann sollten Sie zum zuständigen Bauamt gehen und dort erfragen, unter welchen Voraussetzungen das Tiny House in der ausgewählten Region errichtet werden kann. Denn eine Baugenehmigung braucht es immer. Nach dem Grundstückskauf kalkulieren Sie die ersten Jahre ein Leben in der etwas beengten, aber mobilen Version auf Ihrem eigenen Grund und Boden ein. Dann über die Zeit Geld ansparen, das mobile Minihaus wieder verkaufen und das feste Traumhaus bauen. Eine gute Zwischenlösung, oder?

Sie planen mit einem großzügigen Grundstück und suchen nach einer Refinanzierung?

Wenn das Grundstück groß ist, oder auch, wenn sie aus Altersgründen nicht mehr soviel Platz im Grünen benötigen, kann die Verpachtung von Stellflächen für diese Minihäuser durchaus interessant sein. So refinanzieren Sie Ihr eigenes Bauprojekt oder tragen zu einer verbesserten Rente bei. Dafür müssen natürlich die Zuwegungen und Energie- und Wasseranschlüsse gewährleistet sein und alle Baurechtlichen Fragen müssen positiv beantwortet werden. Zumindest eine Idee um über einige Jahre hinweg Mieteinnahmen zu generieren, ganz nebenbei.

Aber auch, wenn es der finanzielle Rahmen zulässt, ist der Kauf eines extra Grundstückes für Stellflächen für diese Minihäuser hoch interessant. Gerade in den Peripherien der Großstädte oder in den Metropolen selbst kann man mit diesen kleinen Wohnzimmern auf Rädern gutes Geld verdienen. Der Grundstückseigentümer verpachtet eine Parzelle und der Mieter kommt mit seinem Haus angefahren, auf Dauer oder auf bestimmte Zeit.  Jedenfalls gibt es deutschlandweit bereits hunderte Nachfragen nach Stellplätzen, bei Ebay & Co. Eine Wohnraumidee mit Zukunftskraft.

Ihnen reichen ein kleines Grundstück und wenig Raum zum Leben?

Bei der letzten Frage sollte Sie sich unbedingt mit einem Minihaus auseinandersetzen. Die Hersteller bieten neben der Besichtigung auch meist die Möglichkeit ein, in diesem Haustyp eine Nacht zu schlafen um ein Gefühl dafür zu entwickeln.

Baurechtlich wird selbst das kleinste Haus mit einer Baugenehmigung belegt, sofern es fest verankert ist oder gar über eine Bodenpatte verfügt. Also zuerst den Bauantrag stellen, wenngleich dies keine Privatperson machen darf, sondern nur ein Ingenieur oder Architekt. Findig sind die, deren Minihaus auf einem Anhänger steht. Dann ist das Straßenverkehrsgesetz zuständig, was die Sache sehr erleichtert.

Bevor nun aber alle Leser dieses Artikels zum nächsten Hersteller eines Tiny Houses rennen bitte folgendes beachten: Eine Bauvoranfrage ist selbst für das kleinste Haus eine Pflicht, egal, was der Bebauungsplan so hergibt.