Laut zweier Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft ist der Kauf von Immobilien wirtschaftlicher als das Mieten. Ebenso wurde festgestellt, dass der Mietzins privater Vermieter in den letzten Jahren stärker stieg, als der der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften. Ein Argument mehr, warum sich zukünftige Bauherren und Immobilienkäufer, wie auch -Besitzer, freuen können.

Mit Studien ist es ja so eine Sache. Eine aktuelle Studie des Empirica-Instituts konstatierte unlängst, dass Mieter wieder hoffen können. So wurde die Bautätigkeit im Jahr 2018 auf 300.000 neue Mietwohnungen im Vergleich zur Vorjahresdekade seit 2009 verdoppelt. Diese Steigerung ist zwar weit vom Notwendigen entfernt, bedeutet zugleich aber eine perspektivische Abkühlung am angespannten Mietermarkt.

Das Institut der deutschen Wirtschaft hingegen zeichnet ein anderes Bild, wonach der Kauf von Immobilien weitaus wirtschaftlich sinnvoller ist, als eine Immobilie zu mieten (Studie „Wohnen in Deutschland 2019“). Demzufolge dürfte der Run auf das Immobilieneigentum kaum abnehmen.

Weitere Daten des Instituts bestätigen, dass die Mieten der privaten Vermieter weitaus stärker steigen als die der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften. Da lohnt ein genauer Blick in die Daten und Fakten der Erhebungen.

Studie zum Immobilienmarkt bestätigt wirtschaftliche Vorteile des Immobilienkaufs

Im Auftrage der Sparda Banken untersuchte der IW diverse Regionen nach unterschiedlichsten Kriterien. In den sieben größten Metropolen und den 61 kreisfreien Mittelstädten zwischen 100.000 und 600.000 Einwohnern wurden Eigentumswohnungen untersucht. In 36 kreisfreien Städten unter 100.000 Einwohnern konzentrierte man sich ebenso auf Eigentumswohnungen. In allen Landkreisen Deutschlands wurden zusätzlich die Einfamilienhäuser in der Studie berücksichtigt.

Verglichen wurden die Mietkosten mit den Nutzungskosten einer eigenen Immobilie, im Näheren Baukredit, Instandhaltung und Grunderwerbsteuer. Das Ergebnis war über alle erhobenen Daten eindeutig. Im Kern, so die Datenerheber, ist Kaufen weitaus preiswerter, als Mieten.

In Berlin zum Beispiel kostete eine Mietwohnung 8,27 Euro pro Quadratmeter, eine gekaufte Immobilie hingegen nur 5,46 Euro. Dieser Kostenvorteil von 34 Prozent in der Hauptstadt liegt in Hamburg sogar bei 39 Prozent und in Stuttgart immerhin bei 29 Prozent.

Obwohl die Mieten gerade in Süddeutschland und den Big Seven relativ hoch sind, im Vergleich zu ländlichen Regionen, lohnt sich auch hier der Kauf von Immobilien. Bei den mittelgroßen Städten Ostdeutschlands weist Rostock sogar einen Kostenvorteil von 53 Prozent auf und Leipzig immerhin von noch 26 Prozent.

Ein Blick auf die Landkreise zeugt von großer Spannbreite im Vergleich Kaufen und Mieten. Im östlichen Saale-Orla-Kreis liegt der Vorteil bei 62 Prozent, im westlichen Aichach-Friedberg-Kreis nur bei fünf Prozent.

Letztlich sind solche Daten für Mieter bares Geld wert, ob der Frage, inwieweit sich der Immobilienkauf lohnt. Dort, wo Immobilien relativ teuer sind, die Mieten aber moderat, kann der Kostenvorteil jedoch gering ausfallen oder sogar kippen.

Perspektivische Entwicklungspotentiale regionaler Immobilienmärkte

Die Studie wagt einen Blick in die Zukunft. Gerade in Süddeutschland, aber auch den Metropolregionen Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und Wolfsburg schlummern noch Entwicklungspotentiale. In den Ballungszentren wird es auch über 2030 Neubauaktivitäten geben, da gerade die Großstädte mit Jobs und guter Infrastruktur punkten können. Ein Widerspruch der IW-Studie zur Empirica-Studie, ohne Zweifel.

IW-Studie: Mietpreissteigerungen bei privaten Vermietern am höchsten

Die Demonstrationen vieler Menschen zum Thema Wohnungsnot nehmen kein Ende und die Politik ringt nach Lösungen. Fakten sind gefragt und es braucht eine Antwort, welche Bevölkerungsteile von Mietsteigerungen mehr betroffen sind, als andere.

Das IW fand heraus, dass die Mietdifferenz im Jahre 2013 nur 0,70 Euro pro Quadratmeter betrug, also private Vermieter höhere Mieten ausweisen, als kommunale Wohnungsbaugesellschaften. Vier Jahre später, so die Studie, waren es bereits 1,30 Euro pro Quadratmeter.

Die Gründe für diesen Teils frappanten Unterschied liegen zum einen in der Modernisierungsbereitschaft privater Immobilienunternehmen. Zum anderen, so die Faktenlage, sind die Mieter der privaten Wohnungsbaugesellschaften finanziell besser aufgestellt, als die der öffentlich verwalteten. Immerhin 44 Prozent der Mieter privater Wohnungsbaugesellschaften liegen über dem Durchschnitt der Haushaltseinkommen.

Lösungsansätze für den Immobilienmarkt Deutschlands

Auch wenn sich der Kauf von Immobilien wirtschaftlich besser rechnet als das Mieten, braucht es Wohnraum für die Haushalte, die unter dem Medianeinkommen liegen. Darüber sind sich alle einig. Ökonomen warnen aber davor den privaten Wohnungsbaugesellschaften den schwarzen Peter im Immobilienpoker zuzuspielen.

In der Regel sind deren Häuser modernisiert und verfügen über einen modernen Wohnstandart, der von den gutverdienenden Mietern auch bezahlt werden kann. Mit einer Enteignungswelle daherzukommen, wie gerade in Berlin heiß diskutiert wird, ist klar der falsche Weg.

Es braucht die Ausweisung von Bauland in den Metropolregionen, mehr finanzielle Mittel für den sozialen Wohnungsbau und schlichtweg mehr Neubauten durch die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften. Und wenn Baugenehmigungsverfahren erleichtert werden und mehr Fachkräfte für den Bau perspektivisch ausgebildet werden, kann der Immobilienmarkt Bedarfsgerecht entwickelt und entlastet werden.