Eine aktuelle Studie belegt, dass die Deutschen das Eigenheim vor einer Mietwohnung vorziehen. Das hat gute Gründe, denn vor allem steigende Mieten bestätigen Einfamilienhausbesitzer in ihrem Handeln und zukünftige Bauherren in ihren Planungen. Wir schauen und die Zahlen mal genauer an und bilden uns selbst eine Meinung.

Eigenheim oder Miete | Foto: (c) 3dman_eu/pixabay.com

Das Meinungsforschungsinstitut Civey führte unlängst für den Spiegel eine Umfrage von über 5.000 Personen durch und kam zu Ergebnissen, die Eigenheimbesitzer bestärken und auch zukünftige Bauherren bestätigen sollten, dem Wunsch nach den eigenen vier Wänden nachzugehen. Denn dafür gibt es gute Gründe:

Die Bauzinsen sind niedrig und das wird zumindest, so Experten, bis Jahresende so bleiben. Die Mieten steigen weiterhin und gerade die Metropolen ächzen unter dem Wohnungsmangel. Deutschlandweit stiegen die Mieten in 2017 um durchschnittlich 4,3 Prozent, in den Großstädten, wie zum Beispiel Berlin um 8,4 Prozent. Und auch wenn die Politik mit Mietpreisbremse und Milieuschutzprogrammen die Mieter schützen will, glauben nur wenige daran, dass dies geschieht. Und die Peripherien der Großstädte werden zunehmend infrastrukturell ausgebaut, dort, wo es noch einigen preiswerten Baugrund zu ergattern gibt. Doch zurück zu den Zahlen, beziehungsweise Meinungen der Deutschen.

Eine Immobilienumfrage bestätigt: Eigenheim vor Mietwohnung

Auf die Frage, welche Wohnform die Deutschen bevorzugen antworteten nur 6,2 Prozent der Befragten eindeutig „zur Miete“ und 4,5 Prozent konnten sich nicht entscheiden. Aber 20 Prozent sahen sich eher in einer Immobilie leben und 63,6 Prozent erklärten sich klar pro eigene Immobilie.

Wir meinen, dass die Angst der Deutschen vor dem Wohnungsverlust oder steigenden Mieten an sich der Grund für dieses Ergebnis sind. Es bleibt aber meist nur beim Wunsch und der Vorstellung, denn nirgendwo sonst in Europa ist die Eigentumsquote mit weit unter 50 Prozent so relativ gering wie hierzulande.

Und wie viele Menschen planen konkret den Bau oder Kauf der eigenen Immobilie? Nur 16,4 Prozent der Befragten gaben an in den kommenden fünf Jahren eine Immobilie erwerben zu wollen.

Die Ursache des großen Unterschieds liegt zum einen sicherlich in der fehlenden Kaufkraft vieler Deutscher. Zum anderen hat sich längst herumgesprochen, dass Bauland knapp ist und gerade in den Städten kaum noch bezahlbarer Baugrund zu finden ist. Und wenn 20 Prozent des Kaufpreises als Eigenkapitalquote herhalten müssen zuzüglich Kaufnebenkosten und die Preise innerstädtisch stetig steigen, verkommt das reale Planen zum Wunschtraum für so viele.

Und doch sind 16,4 Prozent Bau- oder Kaufwilliger ein hoher Wert, bezogen auf die Gesamtbevölkerung. Da aber Personen jedweden Alters über 18 befragt wurden drängt sich die Frage auf, welche Altersgruppe das Eigenheim als Wohnform vorziehen. Und hier gaben 34,4 Prozent der 30 bis 39-jährigen an, in den kommenden Jahren kaufen oder bauen zu wollen. Bei der Altersgruppe zwischen 50 und 64 waren es nur 11,1 Prozent und je älter, umso geringer wurde die tatsächliche Umsetzung erklärt.

Bauherren und Immobilienkäufer sind nicht dumm – im Gegenteil

Es hat sich, dies bestätigt auch die Umfrage, herumgesprochen, dass die Immobilienpreise in Teilen überbewertet sind. 70 Prozent der in den Großstädten lebenden Personen hielten die regionalen Immobilienpreise für zu hoch und auf dem Land waren es nur 45 Prozent.

Insoweit kann man feststellen, dass Bauherren und Immobilienkäufer immer sensibler werden und sich gut über ihren regionalen Immobilienmarkt informieren. Mehr als die Hälfte der Befragten schätzt die Preise vor Ort als sehr hoch ein und 43 Prozent als hoch. Und vergleicht man diese Werte mit den tatsächlichen Kaufpreisen, so ist eine Klarheit über die tatsächlichen Werte auf Seiten der Bevölkerung nicht mehr kleinzureden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Internlink: „Der Kauf einer Immobilie wird teurer – trotz Niedrigzinsen“ – noch nicht online

Wie entwickeln sich die Immobilienpreise in den nächsten fünf Jahren …

… wurde ebenfalls gefragt. Und auch hier zeigt sich, dass die Bevölkerung, je nach Region, sehr wohl um die Situationen am Wohnungs- und Immobilienmarkt wissen, zumindest aber ihre Ängste zeigen. Immerhin 56,4 Prozent der in dicht besiedelten Gegenden Wohnenden gehen von starken Preissteigerungen aus und nur 29,4 Prozent von leichten Steigerungen. In Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte gehen 23,5 Prozent von starken Preissteigerungen aus und immerhin 43,1 Prozent von leichten.

Man mag ja hier sagen, dass es sich nur um eine Umfrage handelt und die geäußerten Zukunftsperspektiven nur Meinungen wiederspiegeln. Fakt ist aber, dass fast jeder Experte und Analyst davon ausgeht, dass die Preise für Immobilien und Grundstücke in den nächsten Jahren und, auf die Ballungsräume bezogen, ansteigen werden. Und nicht nur dort. Auch in den Umlandregionen der Städte ziehen die Preise an, ob des Mangels an Baugrund.

Private Bauherren sollte sich, gerade in den Zeiten, in denen Baukredite noch günstig sind, mit dem Kauf einer Immobilie auseinandersetzen. Preiswerteres Bauland findet sich noch Abseits des Trubels der Großstadt und dennoch in infrastrukturell guten Lagen. Denn in seinem individuellen Lebensplan auf die Reduzierung der Mietpreise zu hoffen, oder zumindest, dass diese stagnieren, wäre fahrlässig und weitab jeglicher Fakten.

Foto: (c) 3dman_eu/pixabay.com