Häuser sind so individuell wie ihre Bewohner. Ob Massivhaus oder Fertighaus, Einfamilien- oder Reihenhaus, Biohaus oder ein Passivhaus, all diese Haustypen stehen für Bauherren zur Auswahl. Wir haben alle Haustypen und ihre speziellen Merkmale zusammengetragen und stellen die Nach- und Vorteile heraus.

Klar, es soll ein Einfamilienhaus werden. Doch es gibt so viele Bezeichnungen von Haustypen, dass es wichtig scheint, sich zuerst einen Überblick zu verschaffen. Denn hinter all diesen Typen stecken unterschiedliche Konzepte in der Entwicklung, der Bauart, der Verwendung, der Materialien, der Energieeffizienz und des Ortes, wo sie sich befinden. Grund genug die unterschiedlichen Haustypen kurz zu beschreiben.

Diese Haustypen stehen für Bauherren zur Auswahl

Mit diesem Überblick und allen Vor- und Nachteilen können sich zukünftige Bauherren orientieren. Welche Bauart und Bauweise passen zu meinen Ansprüchen? Wie gestalten sich die Folgekosten in Punkto Wärmedämmung? So individuell die Wünsche, so klar sind die grundlegenden Gegebenheiten, die jeder Haustyp mit sich bringt.

Das Massivhaus – Klassiker, Stein auf Stein

Ein Massivhaus wird aus Ziegeln, Sandstein oder Beton erbaut und die massiven Wände und Decken sind gleichzeitig die tragende Konstruktion. Der Bau eines Massivhauses ist in der Regel teurer, als ein Fertighaus und dauert im Aufbau weitaus länger, da neben dem Stein-auf-Stein-Prinzip auch Trocknungszeiten zu Buche schlagen. Die Grundrisse können und werden meist individuell geplant und von einem Architekten begleitet. Vorteilhaft ist die Möglichkeit den Eigenanteil am Bau entsprechend seiner Fähigkeiten in die unterschiedlichen Gewerke einbringen zu können.

Beim Thema Wohnqualität liegen Massivhäuser weit vorn. Die komplexe Bauweise verschafft ein gutes Raumklima, im Winter zusätzliche Wärme und im Sommer weniger Überhitzung.  Zusätzlich bietet die Bauweise eine gute Schall- und Wärmedämmung.

Mit einer Nutzungsdauer von 100 Jahren sind Massivhäuser, trotz der Erstellungskosten, langlebiger als Fertighäuser und punkten beim Wiederverkaufswert. Dieser Haustyp wird meist auch als Architektenhaus bezeichnet da er mehr Flexibilität durch die eigene Planung bietet. Es gibt aber auch Hausbaufirmen, die Basisgrundrisse bieten und das Massivhaus zügig und erprobt aufbauen.

Tipp: Der Bau eines Massivhauses steht und fällt mit dem richtigen Architekten. Ebenso sollte von Beginn an ein Energieberater hinzugezogen werden. Die ausführenden Handwerker sollten Erfahrungen besitzen und mit anderen Gewerken gut abgestimmt arbeiten können.

Das Fertighaus – schnell, günstig und modern

Wie der Name schon sagt wird das Fertighaus von einem Fertighausanbieter im Vorfeld geplant und der Baukörper in Fertigbauweise vorgefertigt und vor Ort zusammen verbaut. Obwohl der Fertighausanbieter sowohl die Planung als auch die Bauausführung komplett durchführen bleibt immer Platz für einen gewissen Spielraum bei den Ausführungen und Grundrissen.

Die Materialien der in großen Werkhallen vorproduzierten Gebäudeteile können sehr unterschiedlich sein. Ob Holzfertigteile oder ganze Wände aus Beton, Stahl oder Mauerwerk. Mit diesen Fertigbauteilen lassen sich Ein- oder Zweifamilienhäuser ebenso erbauen wie Objekte im Landhausstil oder als schmuckes Holzhaus.

Es gilt: je größer und einfacher die Bauteile sind, umso schneller wird das Fertighaus auch „fertig“ und dauert in den meiste Fällen zwei bis vier Tage. Da die Trocknungszeiten wie beim Massivhaus durch die Vorproduktion wegfallen ist ein meist witterungsunabhängiger Aufbau gegeben und der Einzug auch weitaus schneller vollzogen.

Die Zeiten, in denen Fertighäuser noch als Billigbehausung galten, sind längst vorbei. Das gute Preis-Leistungsverhältnis führt dazu, dass die meisten Immobilien sogar im Hochgeschossbau fertig vorproduziert werden. Weniger Lohnkosten am Bau, ein schnellerer Bau und die Verwendung moderner und effizienter Dämmmaterialien punkte bei vielen Bauherren. Die Verwendung von Holz als besser als Beton isolierender Werkstoff macht diese Bauweise ökologisch wertvoll. Fertighäuser sind in der Regel Niedrigenergiehäuser die wenig Heizkosten entwickeln und so nicht nur im Ausbau, sondern im Betrieb eine nachhaltig kostengünstige Performance bieten.

Tipp: Die Auswahl an Fertighaustypen und Fertighausbaufirmen ist riesig. Bauherren sollten die Kosten für ein und denselben Grundriss vergleichen, auch was die Verwendung der Materialien betrifft. Man sollte stets auf erprobte Baufirmen setzen die gut bewertet wurden. Also immer bereits fertig gestellte Objekte besuchen und die Kunden persönlich befragen.

Das Selbstbauhaus – als Bausatz oder Ausbauhaus

Wie der Name bereits vermuten lässt braucht es beim Selbstbauhaus grundlegende Kompetenzen des Bauherren im handwerklichen Bereich. Man sucht einen Bauträger, der die Bauleitung ebenso kontrolliert, wie die Planung bis hin zur Abnahme. Den Rest, die eigentliche Bautätigkeit, übernimmt der versierte Bauherr selbst.

Spezielle Hersteller dieser Bausätze bringen die Einzelteile des Rohbaus auf die Baustelle, der Bauherr fügt sie dann zusammen. Dabei gibt es Basisleistungen, sowie weitere Ausbaustufen, die man, je nach Eigenleistung, dazu buchen kann. Wie zum Beispiel Ausbaustufe Technik oder Malerarbeiten.

Beim so genannten Bausatzhaus werden alle gewünschten Bauteile, selbst Kleinteile, geliefert. Baustoffe wie Y-Tong oder passend zugeschnittene Holzkonstruktionen erlauben den relativ einfachen Hausbau. Der Vorteil liegt auf der Hand: wer ein Selbstbauhaus oder einen Bausatz bestellt, spart richtig viel Geld. Und wer klug ist lässt sich durch spezielle Schulungen der Lieferanten auf den Bau vorbereiten.

Und das Ausbauhaus bietet die Grundfeste, wie Wände und Dach, die vom Hersteller auf die Bodenplatte montiert werden. Der gesamte Innenausbau muss somit in Eigenregie erfolgen. Und ohne handwerkliche Kenntnisse ist dies kaum darstellbar. Wer aber Geld sparen will und muss, ist mit diesen nur teilweise fertigen Immobilien gut bedient und kann, im Zweifel, selbst Handwerker beauftragen, die die eigene Kompetenz als Bauherr erweitern.

Tipp: Die Eigenleistung, die der Bauherr auf der Baustelle erbringt, gilt als Eigenkapital bei der Finanzierung.

Einfamilienhaus oder Doppelhaushälfte, Generationenhaus oder Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung. Auf die Verwendung kommt es an und wir beschreiben im zweiten Teil wie wichtig es ist die Zukunft der Immobilie im Blick zu haben und auf die Verwendungsart zu achten.