Die Bauzinsen liegen immer noch auf einem historisch niedrigen Niveau. Aber die Preisspirale scheint, zumindest in den Großstädten, weiter nach oben zu steigen. Der Kauf einer Immobilie wird immer teurer, da die Kaufpreise an sich steigen und die Nachfrage nach Bauland ungebrochen ist. Was können zukünftige Bauherren tun, um Geld zu sparen?

Preise Immobilienkauf | Foto:(c) 3dman_eu/pixabay.com

Wer heutzutage ein erschwingliches Einfamilienhaus kaufen oder bauen will, oder eine Eigentumswohnung sucht, trifft auf Kaufpreise, die für den Normalverdiener kaum mehr zu stemmen sind. Trotz Niedrigzinsniveau steigen die Kreditsummen bei den Banken und Finanzierern jedes Jahr und es braucht viel Zeit, Muße und Ideen sich den Traum vom Immobilieneigentum dennoch zu erfüllen.

Je nach Bundesland – der Kauf einer Immobilie wird teurer

Wer die Kreditsummen von Banken vergleicht, die für Immobilien bereitgestellt werden, kann Vergleiche anstellen und als Bauherr intelligent planen. Den dem Spiegel vorliegenden Daten des Finanzierungsvermittlers Dr. Klein nach zu urteilen, sind diese Kreditsummen auch in 2018 gestiegen, im Vergleich zu 2017. Dabei haben sich die Zinsen für Baukredite nur marginal verändert. Nur die Kaufpreise für Bauland, aber auch Immobilien an sich, steigen weiterhin und gerade in den Ballungsräumen.

Beim Bundeslandvergleich rangieren, so die Daten, die östlichen Bundesländer eher im hinteren Bereich. Die durchschnittliche Kreditsumme im Jahr 2017 lag im Schlusslicht Sachsen-Anhalt bei 191.756 Euro, gefolgt von Thüringen mit 204.449 Euro und Mecklenburg-Vorpommern mit 209.318 Euro. Bis auf Brandenburg, dass mit 247.819 Euro Kreditsumme auf dem achten Platz im Mittelfeld rangierte, finden sich in den Top-Ten nur westliche Bundesländer. Dies dürfte nicht verwundern, da der Ballungsraum Berlins weit über die Stadtgrenzen hinauswirkt und gerade die Peripherie und Potsdam stark nachgefragte Regionen darstellen.

Das meisten Geld mussten Kreditnehmer in Hamburg aufnehmen, mithin durchschnittlich 353.464 Euro, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg und Berlin mit immerhin 306.971 Euro.

Deutschland besitzt, historisch gewachsen, die meisten Städte in Europa. Doch genau dort sammeln sich die Menschen und das Stadt-Land-Gefälle wird immer größer. Ob Metropolen wie Hamburg, München, Stuttgart, Frankfurt am Main oder Berlin – hier müssen sich Bauherren wie auch Immobilienkäufer auf hohe und weiter steigende Kaufpreise einstellen.

Die Daten des Finanzierungsvermittlers betrachteten auch das Durchschnittsalter der Immobilienkäufer. In Berlin und Hamburg liegt dieses bei 41 Jahren, in Sachsen-Anhalt bei 37 Jahren. Diese Zahlen klingen logisch, da die Kaufreise in den Metropolen höher sind und somit mehr Zeit vergeht, bis die potentiellen Käufer ihr Eigenkapital angespart haben.

Auch wenn der Kauf einer Immobilie teurer wird, was können Bauherren tun?

Als Bauherr sucht man Bauland und eine Hausbaufirma, soweit, so gut. Doch dafür braucht es eben Bauland und das ist in den Ballungszentren entweder kaum zu finden oder einfach zu teuer. Um die Gesamtausgaben einer Immobilie trotz der Preissteigerungen dennoch so gering wie möglich zu halten, sollten Bauherren sechs Dinge beachten:

  1. Die Lage ist entscheidend für den Kaufpreis. Hier sollte man Baugrundstücke suchen, die sich in den Peripherien der Städte befinden und dennoch infrastrukturell gut angeschlossen sind.
  2. Es müssen ja nicht gleich 1000 Quadratmeter Bauland sein. Wer kleiner plant, spart Geld.
  3. Ein Reihenhaus ist meist preiswerter, als ein alleinstehendes Objekt.
  4. Nach bauträgerfreien Grundstücke suchen und Grundstück und Haus getrennt voneinander kaufen. Das spart Grunderwerbsteuer.
  5. Viel Eigenkapital ansammeln und lieber etwas später bauen, um die Kreditsumme so niedrig wie möglich zu halten.
  6. Wer handwerkliche Eigenleistung erbringt, kann viel Geld sparen.
  7. Immer die Angebote der Finanzierer vergleichen.

An folgendem Beispiel wird der Unterschied zwischen Stadtlage und Peripherie deutlich: In Blankenfelde-Mahlow, südlich von Berlin gelegen und an die S-Bahn von Berlin angeschlossen müssen Bauherren für ein 600 Quadratmeter großes Grundstück circa 160.000 Euro berappen, mithin 266 Euro. In Lichterfelde, einem Ortsteil von Berlin und nur ein paar Kilometer entfernt von Blankenfelde-Mahlow sind bereits gut 700 Euro pro Quadratmeter bauträgerfreies Bauland zu bezahlen, zumal Grundstücke für Bauherren nicht nur in Berlin, sondern in allen Großstädten Deutschlands überaus teuer geworden sind.

Um die tatsächlichen Kosten des Einfamilienhauses oder Reihenhauses auch zukünftig gering zu halten, sollten sich Bauherren auch über die dauerhaften Betriebs- und Heizkosten Gedanken machen. Wer hier an Dämmung und intelligenten Heizsystemen spart, zahlt am Ende immer drauf. Zwar sind Energiesparhäuser im ersten Moment teurer, aber die Heizkosten in den kommenden Jahrzehnten geringer. Es ist im Resümee daher stets anzuraten nicht nur die Bau- und Kaufkosten im Blick zu haben, sondern auch die zukünftig laufenden Kosten. Wer als Bauherr detailliert und klug plant, kann sich auch in 2018 oder etwas später den Traum vom Immobilieneigentum erfüllen.