Bauen mit Baugutachter – eingehende Prüfung aller Bauabschnitte

Immer wieder kommt es bei der Errichtung, aber auch bei der Sanierung von Gebäuden zu

Schäden am Bauwerk. Um das genaue Ausmaß, die Höhe und die erforderlichen Maßnahmen für die Beseitigung der Schäden am Bauwerk festzustellen, ist die Einschaltung eines Baugutachters unabdingbar. Welcher Laie kann denn tatsächlich erkennen, wo sich Baumängel verstecken und welche Ursachen sie haben? Denn sind die Wände erst einmal verputzt, lässt sich selbst für den Fachmann nur schwer erkennen, ob darunter alles fachgerecht ausgeführt wurde. Um während eines Neubaus Fehler zu

vermeiden und so Schäden vorzubeugen, kann ein Baugutachter eine baubegleitende Qualitätskontrolle durchführen. Bei Sanierungen und Modernisierungen wird der Baugutachter bei bereits bestehenden Mängeln gerufen. Welche Leistungen erbringt so ein Baugutachter im Detail? Und zu welchem Zeitpunkt ist es sinnvoll die Beratung eines Bau-Profis in Anspruch zu nehmen?

Was ist die Aufgabe eines Baugutachters?

Der Baugutachter ist ein Sachverständiger, der über ein umfangreiches Fachwissen im Bauwesen verfügt. Bausachverständiger kann nur werden, der entweder ein Studium als Ingenieur oder Architekt absolviert hat oder einen Meistertitel in einem technischen Beruf vorweisen kann. Mehrjährige Berufserfahrung muss zusätzlich nachgewiesen werden. Baugutachter nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil, um über relevante neue Entwicklungen, um über Normen, Richtlinien und Vorschriften in Deutschland und Europa und eventuelle Änderungen auf dem neuesten Stand zu sein.

Welche Qualifikationen muss der Baugutachter mitbringen?

Überdurchschnittliche Qualifikation und Seriosität sind für die Bestellung des öffentlich bestellten und vereidigten Bausachverständigen der Architekten-, Ingenieurs- oder Handelskammer notwendig. Öffentlich bestellte Baugutachter werden gern bei strittigen Fragen beauftragt, wenn unabhängige fachliche Beratung benötigt wird oder ein Schaden beurteilt und bewertet werden soll. Sie nehmen auch die Sicherung von Beweisen vor und genießen vor Gericht erhöhte Glaubwürdigkeit. Mit ihrem Gutachten unterstützen sie dann den gerichtlichen Entscheidungsprozess z.B. als Gutachter für Bauschäden.

Die Aufgaben eines Baugutachters sind sehr vielfältig. Er berät bei einem Neubau, Umbauarbeiten, bei Sanierungen und dem Kauf oder Verkauf von Bestandsimmobilien. Er erstellt Baugutachten zu Themen rund um den Bau, zu Schäden und Mängeln. Er ermittelt Immobilienwerte und führt Sicherheits- und Gesundheitskontrollen durch. Auch hilft er bei der Beantragung von geeigneten Fördermitteln. Er wird häufig bei Schadens- und Streitfällen zu Rate gezogen und wird vor Gericht gern als unabhängiger Sachverständiger gesehen. Neben der Gutachtenerstellung ist die Baubegleitung ein wichtiger Tätigkeitsschwerpunkt.

Leistungen bei Neubau des Eigenheims

Beim Bau des neuen Eigenheims sind zahlreiche Entscheidungen zu treffen. Neben Überlegungen zu Haustyp, Stil und Bauweise muss der Bauherr Entscheidungen bezüglich der Bauplanung treffen. Auch sollte er sich Gedanken machen, wie er den

Baugutachter: wichtiger Dienstleister beim Bauen

Fortschritt an der Baustelle und die Einhaltung vertraglich zugesicherter Leistungen von Handwerkern oder Hausbaufirmen überwachen kann, damit die Qualität des Baus gesichert ist.

Während des Bauens kann es an allen Stellen zu Komplikationen, Verzögerungen im Ablauf oder sogar Streitigkeiten kommen. Daher ist es sinnvoll, die Hilfe eines Baugutachters in Anspruch zu nehmen, der bei der Planung und Durchführung des Hausbaus unterstützt. Der Bauherr kann den Baugutachter mit der gesamten qualitätssichernden Baubegleitung beauftragen oder auch nur Teilabschnitte kontrollieren lassen.

Wann sollte man den Baugutachter beauftragen?

Empfehlenswert ist die möglichst frühe Einbindung einen Baugutachters in das Bauvorhaben. Eine umfassende Begleitung von der Planung bis zur Fertigstellung ist auf der einen Seite zwar ein Kostenfaktor, durch die Baubegleitung werden andererseits aber Spätfolgen von unentdeckten Baumängeln vermieden. Baumängel können zu gravierenden Bauschäden werden, manchmal erst Jahre nach der Fertigstellung des Baus entdeckt werden (evtl. nach abgelaufener Gewährleistung ) und eine aufwendige und kostspielige Sanierung nach sich ziehen. Zeitverlust und Streitigkeiten ggfs. auch vor Gericht resultieren häufig und kosten Zeit , Nerven und Geld. Besser ist es, hier präventiv vorzugehen mit einem Baugutachter für baubegleitende Qualitätskontrolle an der Seite und diese Fallstricke zu umgehen.

Ein Baugutachter für die qualitätssichernde Baubegleitung kann dem Bauherren also von Anfang an mit seinem Fachwissen und seiner Erfahrung zur Seite stehen. Er ist anwesend auf der Baustelle, kontrolliert die Leistungen der Handwerker und kann so frühzeitig eingreifen, Nachbesserungen und Änderungen sofort einfordern, damit es erst gar nicht zur Katastrophe kommen kann.

Im Folgenden werden einzelne Leistungen aufgeführt, die ein Bausachverständiger während einer umfassenden Bauberatung und -begleitung anbietet. Die Bauabnahme sollte so oder so stets durch einem Baugutachter erfolgen.

Beratung und Empfehlung zu: Baufinanzierung, Vertragsinhalte, Planungsunterlagen, Planung von Heizung und Sanitäranlagen

  • Vor-Ort-Termine auf der Baustelle:

In der Regel kommt ein Baugutachter 4-6 Mal und dokumentiert den Bauzustand. Bei Bedarf kommt er häufiger auf die Baustelle. Die Bauabnahme bei Fertigstellung des Gebäudes sollte stets durch einen Baugutachter erfolgen. Eine Begehung empfiehlt sich nach folgenden Bauabschnitten:

  • Bodenplatte bzw. Kellerrohbau: Abnahme Kellerabdichtung und Isolierung
  • Rohbauabnahme, nach Fertigstellung Rohbau mit Dacheindeckung und Fenstereinbau: Prüfung auf Mängel
  • Abnahme der Installationen der haustechnischen Versorgungsleitungen wie Elektro, Sanitär, Heizung und Prüfung Wärme- und Schallschutz
  • Nach den Innenputzarbeiten: Prüfung auf Risse, Undichtigkeiten
  • Weitere Zwischenabnahmen nach Bedarf
  • Schlussabnahme: die eigentliche Bauabnahme: Überprüfung der Landesbauordnung, Überprüfung auf entscheidende Baumängel, Überwachung der Restarbeiten, Ausarbeitung Übergabe-Protokoll

Leistungen für Bestandsimmobilien

Bausachverständige erstellen auch für bereits bestehende Immobilien, meist Ein- oder Mehrfamilienhäuser, Baugutachten und untersuchen das Gebäude. Zu den Schwerpunktleistungen gehören die Bewertung von Bestandsimmobilien sowie die Begleitung und Beratung bei Sanierungs- und Moderniesierungsarbeiten. Der Baugutachter wird also bei bereits bestehenden Mängeln am Gebäude gerufen. Spezielle Geräte und Maßnahmen ermöglichen dem Baugutachter dann den „Röntgenblick“ ins Innere für seine genaue Diagnose, die die Voraussetzung der Schadensbehebung darstellt.

Immobilienbewertung

Ein Baugutachter erstellt für Bestandsimmobilien ein Gutachten, das den korrekten Wert der Immobilie ermittelt. Er untersucht dafür eingehend das Gebäude und prüft genau den aktuellen Zusand der Bausubstanz. Er erstellt aber auch spezialisierte Berichte, beispielsweise Energiegutachten. Die Wertermittlung muss sich nicht nur auf das Gebäude beziehen, sondern auch auf das umliegende Grundstück. Insbesondere tritt er auch als Hauskaufberater auf und begleitet den Käufer in allen Belangen. Eine Immobilienbewertung ist aber auch in anderen Fällen nötig.

Vorgänge:

Kauf oder Verkauf von Immobilien, Erbschaft (evtl. Auszahlung von Miterben), Scheidung, Zwangsversteigerung.

Sanierung/Modernisierung

Auch Bestandsimmobilien bedürfen von Zeit zu Zeit einer Modernisierung. Bei Schäden an der Bausubstanz müssen Eigentümer sanieren. Der Baugutachter begutachtet die Immobilie. Er prüft den Ist-Zustand und stellt den notwendigen Modernisierungs- bzw. Sanierungsbedarf fest. Vorschläge zu entsprechenden Maßnahmen kommen zudem meist mit einer genauen Kosteneinschätzung.

Bei der eigentlichen Durchführung der Maßnahmen kann der Sachverständige dessen Ablauf vor Ort begleiten, die Baustellenkontrolle übernehmen, sowie entsprechende Teilabnahmen vornehmen. Die Leistungen ähneln hier denen, die auch bei einem Neubau/Umbau angeboten werden.

Gutachtenerstellung bei Streitund Schadensfällen

Streit- und Schadensfälle können sowohl beim Neubau, beim Umbau, bei Sanierung oder einer Modernisierung auftreten. Bauherren oder Eigenheimsbesitzer müssen nach Feststellung von Mängeln und Bauschäden schnell handeln, wenn sie die Absicht haben dagegen vorzugehen. Ein Baumangel entsteht, wenn das Bauwerk vom vereinbarten Soll-Zustand abweicht. Ein Bauschaden dagegen tritt auf, wenn das Gebäude in seiner Funktion beeinträchtig ist. Beide sind meist Versäumnisse von Baufirmen oder Handwerkern. Aber sie können auch wegen einer fehlerhaften Planung entstehen.

Ein Bausachverständiger muss unverzüglich eingeschaltet werden, der feststellt wer für die Mängel und Bauschäden in Haftung genommen werden soll und wie hoch das Außmaß des Schadens ist. Die Zeit arbeitet dabei gegen den Bauherren/Hausbesitzer: einerseits läuft die Gewährleistungszeit des Verursachers ab, andererseits dürfen die beschäfdigten Stellen zur Beweissicherung nicht beseitigt werden. Folgeschäden können nicht ausgeschlossen werden, aber auch ein eventueller Einzug ins Haus verzögert sich.

Der Baugutachter erstellt zu den Mängeln und Schäden Gutachten, die helfen Ansprüche auf Schadensbeseitigung evtl. auch vor Gericht geltend zu machen. Anschließend ermittelt er die notwendigen Sanierungs- und Ausbesserungsmaßnahmen und gibt eine Kosteneinschätzung ab.

Häufige Schäden am Gebäude sind :

Schimmel, Feuchte Keller, schlechte Wärmedämmung, fehlerhafte Abdichtung, Risse an Fassaden oder Decken, Rohr- sowie Wasserschäden.

Auch Versicherungen fordern Gutachten ein. Zum Teil müssen Sie als Bauherr oder Eigenheimbesitzer vor Abschluss einer Versicherung ein Gutachten vorlegen, z.B. bei der Gebäudeversicherung. Andererseits kann es im Schadensfall zur Schadenregulierung angefordert werden.

Bausachverständige erstellen Gutachten zu einem oder mehreren Schwerpunktgebieten:  Gutachten für Schäden an Gebäuden, für Schallchutz und Bautechnik, für Gebäudetechnik, für Brandschutz, Sanitärtechnik, für Dachdeckerarbeiten, Bauten und Holzschutz, für Schadstoffe an Bau- und Wohnräumen, Maler und Lackierarbeiten, etc.

Vorteile Bauen mit Baugutachter

  • Sachverstand bei korrekter Ausführung
  • Wertermittlung von Bestandsimmobilien
  • Aufdeckung von Baumängeln und Bauschäden
  • Vertretung und Anerkennung der Gutachten vor Gericht
  • Überwachung von Sanierung, Baumaßnahmen
  • Abnahme von Teilabschnitten und Endabnahme
  • Beratung zu geeigneten Fördermitteln
  • Durchsetzung von Interessen des Bauherren

Auswahl des richtigen Baugutachters

Selbst handwerklich und auch gesetzestechnisch bewanderte Bauherren sollten sich an einen Baugutachter wenden. Er ist ein unabhängiger und neutraler Sachverständiger, der ein umfangreiches Wissen über die Bau- und Immobilienbranche vorweist. Der erfahrene Gutachter hat zahlreiche Häuser und Wohnungen in seinem Leben begutachtet. Bei Neubau oder Umbau bietet er einen umfassende Baubegleitung an. Er sorgt einerseits dafür, das von Anfang an das gesamte Bauvorhaben korrekt geplant und ausgeführt wird. Andererseits erkennt er Baumängel frühzeitig und setzt durch, dass diese behoben werden. Bei Bestandsimmobilien ermittelt er den korrekten Wert und erstellt Gutachten zu allen möglichen Schäden. Wenn nötig unterstützt er den Bauherren in Streitfällen auch vor Gericht.

Bevor Sie sich für einen Berater entscheiden, sollten Sie sich genau über dessen Qualifikationen und bisherige Projekte informieren. Hier werden Ihnen bis zu drei Baugutachter in Ihrer Region vorgeschlagen.

Baugutachter anfragen:

(* Pflichtfeld)